Interview mit Daniel Buballa (RZ v. 06.06.2014)
Buballas Weg führt von Asbach nach St. Pauli
Fußball Interview mit 24-jährigem früheren Oberligaspieler des SV Roßbach/Verscheid
Hamburg/Asbach. In der Jugend des TuS Asbach hat Daniel Buballa das Fußballspielen gelernt.
Über den SV Roßbach/Verscheid (Oberliga), den 1. FSV Mainz II (Regionalliga) und den VfR Aalen
(2. Bundesliga) hat er sich mittlerweile den Weg ins Profigeschäft gebahnt. Nun macht der 24-
jährige Linksverteidiger seinen nächsten Schritt auf der Karriereleiter. Beim FC St. Pauli hat er einen Vertrag bis zum 30. Juni 2017 unterschrieben. 64 Zweitligaspiele (2 Tore) in seinem beiden Jahren
auf der Ostalb haben den Kiezklub vom Hamburger Millerntor auf Buballa aufmerksam werden
lassen. Im Interview mit der Rhein-Zeitung spricht der Neu-St. Paulianer unter anderem über eine
Fahrgemeinschaft mit seinem Trainer und freut sich auf den Heimaturlaub.
Die Zweitligasaison 2013/2014 ist Geschichte. Wie lautet Ihr persönliches Fazit?
Es ist sehr positiv. Ich bin wieder Stammspieler in Aalen gewesen. Zudem konnte ich mich im Spiel
nach vorne noch aktiver einbringen. Noch wichtiger ist für mich das Ergebnis der Mannschaft. Wir
haben 44 Punkte geholt und wir waren zu keinem Zeitpunkt in akuter Abstiegsgefahr. Damit hätte
nach den ganzen Aufregungen zu Beginn niemand gerechnet.
Welchen Anteil hatte an diesem Erfolg der in Linz wohnende Trainer Stefan Ruthenbeck?
Er hatte einen großen Anteil an diesem Erfolg. Wir hatten sicherlich vor Beginn der Saison ein
bisschen an Qualität verloren. Doch mit viel Elan und Arbeit hat er uns stetig weiterentwickelt. Vor
allen Dingen haben wir uns taktisch variabler gezeigt.
Sie haben zum Teil sogar eine Fahrgemeinschaft mit Ruthenbeck gehabt. War er nicht
enttäuscht über ihren Wechsel?
Natürlich hat er sich nicht gefreut, doch meine Gründe akzeptiert und Verständnis gezeigt. Ich
wollte eine neue Herausforderung, wo ich mich weiterentwickeln kann. Ich war jetzt zwei Jahre
Stammspieler in Aalen. Der Verein wird voraussichtlich in den kommenden Jahren vorrangig gegen
den Abstieg spielen. Da fehlen mir auch die sportlichen Perspektiven für die Zukunft. Deshalb
konnte Stefan meinen Schritt verstehen.
Was waren die weiteren Gründe für ihren Wechsel?
Für mich war es in erster Linie eine rein sportliche Entscheidung. St. Pauli hat eine junge,
talentierte Mannschaft, in der ich möglichst viel Einsatzzeit bekommen möchte und mit der ich
erfolgreich sein will. Ich hatte gute Gespräche mit Manager Rachid Azzouzi und Trainer Roland
Vrabec, den ich noch aus unserer gemeinsamen Zeit in Mainz kenne.
Gab es weitere Angebote, vielleicht sogar aus der Bundesliga?
Ja, es gab mehrere Angebote. Doch kein Angebot aus der 1. Liga. Das wäre schön gewesen. Aber
die Bundesliga wären für mich gleich zwei Schritte gewesen. Bei St. Pauli hat das Gesamtpaket
gepasst und es ist ein großer Verein mit Ambitionen. Deshalb sehe ich den Wechsel innerhalb der
Liga nicht als Stillstand in meiner Karriere. Auf Dauer gehört St. Pauli in die Bundesliga. Doch die
Konkurrenz ist groß. Man kann den Aufstieg nicht einfach nur planen. Das hat die Vergangenheit
bei anderen Ex-Bundesligisten gezeigt.
In den vergangenen Monaten ist viel darüber spekuliert worden, ob Sie eventuell wieder unter
ihrem Ex-Trainer und Entdecker Stefan Krämer spielen werden?
Man sucht sich seinen Verein nicht nach den Trainern aus. Wenn es irgendwann mal wieder
klappen würde, wäre es schön. Doch dahin gehen meine Überlegungen zurzeit nicht.
Ihr Ex-Verein SV Roßbach/Verscheid ist nicht nur sportlich aus der Oberliga abgestiegen,
sondern der Verein hat sich sogar zum Rückzug in die Kreisliga B entschieden. Ist der Schritt für
Sie nachvollziehbar?
Es ist schon traurig für den Verein und die Verantwortlichen. Sie haben über Jahre hinweg als ganz
kleiner Dorfverein in der Oberliga gespielt. Es waren tolle Spiele und einige herausragende
Ergebnisse und Erfolge im Pokal dabei. Deshalb muss man das Ganze eher positiv sehen und als
Riesenleistung trotz der schlechten Infrastruktur honorieren. Mein Verhältnis zu einigen
Verantwortlichen ist immer noch sehr gut. Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute.
Jetzt ist zuerst einmal Urlaub angesagt. Ist Sonne, oder nur Heimaturlaub geplant?
Erst einmal freue ich mich, zu Hause zu sein. Dann muss ich mir schnellstens eine Wohnung in
Hamburg suchen und den Umzug organisieren. Wenn alles super läuft, werde ich kurzfristig noch
etwas buchen. Aber am 18. Juni ist der Urlaub schon zu Ende. Dann ist Trainingsauftakt beim FC
St. Pauli.