Rhein-Zeitung (23.10.): Martina Klein
Martina Klein vom TuS Asbach: Der Boss im Verein ist eine Frau
Ehrenamt: Die 49-Jährige hat keine Angst vor Entscheidungen
Von unserer Mitarbeiterin Beate Christ
Asbach. Ihre Liebe zum Fußball brachte Martina Klein an die Spitze eines der größten
Sportvereine im Kreis Neuwied. Die 49-Jährige ist Vorsitzende des TuS Asbach und somit
in der 130-jährigen Vereinsgeschichte die erste Frau, die die Geschicke der fast 1000
Sportler in Asbach lenkt. Damit hat sich Martina Klein in einer Männerdomäne behauptet.
Ihre Liebe zum Sport entdeckte Klein schon sehr früh. Im Alter von zwölf Jahren schloss
sie sich einer Mädchenfußballmannschaft an, zehn Jahre spielte sie aktiv Fußball. Als der
TuS im Jahr 2003 eine Mädchenfußballabteilung neu gründete, wurde sie als Trainerin der
Mädchen vorgeschlagen. Martina Klein übernahm diese Aufgabe, wurde später
Abteilungsleiterin im Mädchenfußball und wuchs so in die Vorstandsarbeit des TuS
Asbach hinein.
Als Geschäftsführerin erlebte sie eine turbulente und arbeitsreiche Zeit in Asbach; ein
zweiter Sportplatz wurde gebaut, ebenso das Sportlerheim. „Es gibt nichts, wovor ich
heute noch Angst haben müsste“, sagt Martina Klein, und so nahm sie vor rund einem
Jahr die Wahl zur Vorsitzenden an. Jeden Tag ist sie für den Verein im Einsatz, aktuell
bringt sie eine Spielgemeinschaft mit dem benachbarten SV Buchholz mit auf den Weg.
Der direkte Draht zu den Vereinsmitgliedern und vor allen Dingen zu den
Vorstandskollegen ist ihr sehr wichtig, und so gilt es, viele persönliche Kontakte zu
knüpfen und zu pflegen. „Das geht aber auch nur, weil mein Mann voll und ganz hinter
mir steht und Verständnis für die Arbeit im Verein hat“, sagt Martina Klein. Dass sie als
Vorsitzende des TuS Asbach auch schon mal Entscheidungen treffen muss, „die dem ein
oder anderen nicht schmecken“, damit kommt Martina Klein klar. „Es geht ja nicht um
mich, sondern um den Verein, da muss man auch schon mal durchgreifen.“
Rückendeckung hierfür hat die Spielmacherin des TuS von ihren Vorstandskollegen, die
sie in alle Entscheidungen einbezieht. Martina Klein nimmt ihre Motivation übrigens aus
der Zeit, die sie selbst als Spielerin des TuS Asbach erlebt hat. „Es war eine sehr schöne
Zeit. Dieses Erlebnis möchte ich auch anderen Kindern und Jugendlichen ermöglichen“,
sagt sie. Als wichtigste Aufgabe sieht sie, junge Leute für das Vereinsleben zu begeistern
und sie in die Verantwortung zu nehmen. Denn zwei Kunstrasenplätze und ein
Sportlerheim sollen auch in den nächsten Jahren Kindern und Jugendlichen eine sportliche
Heimat bieten. Eine Heimat, wie sie einst Martina Klein im TuS Asbach fand.