RZ (10.07.): Interview mit Daniel Buballa
Buballa sucht seine Chance in der Zweiten Liga
Ex-Roßbacher wechselt von Mainz 05 zum VfR Aalen – Ein Stammplatz ist sein
Ziel
Aalen. Der aus Asbach stammende Fußballprofi Daniel Buballa wechselt, wie bereits
gemeldet, in der kommenden Saison vom Regionalligisten FSV Mainz 05 II zum Zweitliga-
Aufsteiger VfR Aalen. Der 22-jährige Linksfuß spielte von Juli 2009 bis Dezember 2011
für den Oberligisten SV Roßbach/Verscheid. Im Interview mit unserer Zeitung äußert sich
Buballa, dessen Vertrag in Mainz noch bis 2013 gültig war, über die Hintergründe seines
Wechsels.
Herr Buballa, Sie absolvierten in der abgelaufenen Saison 30 Einsätze bei den
Amateuren des FSV Mainz 05. Viele Experten sahen Sie auf dem Sprung in den
Bundesligakader. Warum jetzt der überraschende Wechsel nach Aalen?
Die Verantwortlichen der Mainzer haben mir bescheinigt, dass ich in den letzten
eineinhalb Jahren eine sehr gute Entwicklung genommen habe. Doch gleichzeitig haben
sie mir signalisiert, dass sie momentan keinen engen Kontakt zur Bundesligaelf für mich
sehen. Für mich war klar, dass ich kurzfristig eine neue sportliche Herausforderung
suchen musste. Da kam das Angebot von Aalen für die Zweite Bundesliga genau richtig.
Wie kam der Kontakt mit Aalen zustande? Spielte dabei der in Linz wohnende Stefan
Ruthenbeck eine Schlüsselrolle, der in Aalen nun Sportlicher Leiter für die Bereiche Jugend
und Amateure wird?
Im Vorfeld des Wechsels gab es keinen direkten Kontakt zwischen Ruthenbeck und mir.
Die Aalener haben mich in zwei Meisterschaftsspielen der Mainzer beobachtet und dann
den Kontakt hergestellt. Sicherlich hat sich der Verein über Stefan Ruthenbeck auch
weitere Infos über mich eingeholt. Entscheidend war ferner ein sehr gutes Gespräch mit
meinem neuen Trainer Ralph Hasenhüttl. Ansonsten laufen bei so einem Wechsel im
Hintergrund viele Dinge, die du als Spieler nicht immer mit bekommst.
Auch Ihr früherer Trainer Stefan Krämer aus gemeinsamen Roßbacher Zeiten hatte
Interesse, sie für seinen Verein Arminia Bielefeld in der Dritten Liga zu verpflichten. War
das kein Thema für Sie?
Mit Krämer telefoniere ich in regelmäßigen Abständen. Schon im Dezember hat er mir
gesagt, dass er mich gerne nach Bielefeld holen möchte. Ich hätte auch sehr gerne wieder
mit ihm gearbeitet. Doch die Zweite Bundesliga hat noch einmal eine andere Qualität.
Ihr sportlicher Werdegang ist rasant. Müssen Sie sich nicht manchmal selbst zwicken,
um das zu verstehen?
Ja, das stimmt. Noch vor drei Jahren bin ich als A-Jugendlicher für TuS Asbach in der
Bezirksliga auf Punktejagd gegangen. Nun stehe ich im Kader eines Zweitligisten. Mein
Werdegang ist ungewöhnlich und mittlerweile ein krasses Gegenbeispiel zu dem der
meisten Profis. Während fast alle Spieler aus großen Vereinen oder sogar Fußball-
internaten kommen und fußballerisch und technisch bestens geschult sind, komme ich
aus einem ganz kleinen Verein. Ich möchte immer das Optimale probieren. Das war schon
bei meinem Wechsel von Asbach nach Roßbach so. Noch bin ich nicht ganz oben
angelangt, doch ich werde alles probieren.
Seit einigen Tagen sind Sie in der Vorbereitung auf die neue Saison. Wie sind Ihre
ersten Eindrücke vom neuen Arbeitsplatz?
Die Rahmenbedingungen sind überragend in Aalen. Hier kann man in Ruhe arbeiten und
sich schnell integrieren. Die ersten Wochen jedenfalls haben mächtig Spaß gemacht.
Wie sehen Sie die Chancen auf einen Stammplatz?
Ich gebe im Training alles und möchte natürlich Stammspieler werden. Es wäre aber
vermessen zu sagen, dass ich von Beginn an zur Startelf gehöre. Sollte das nicht
funktionieren, werde ich auch nicht nervös.
Ihre Ex-Klubs Roßbach und Mainz treffen in der ersten Runde des DFB-Pokals
aufeinander. Haben Sie noch Kontakt nach Roßbach, und wie sehen Sie die Chancen des
SVR?
Der Kontakt nach Roßbach, insbesondere zu Manager Rudi Schmitz, ist nie abgerissen. Ich
war auch beim Endspiel um den Rheinlandpokal dabei und habe meinen früheren
Mitspielern kräftig die Daumen gedrückt. Gegen die Bundesligaelf aus Mainz wird es
natürlich verdammt schwer. Doch der Pokal ist immer für Überraschungen gut.