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RZ (18.06.): Vorfreude auf Frauen-WM

Das WM-Fieber steigt nur langsam


Fußball Asbacher Nachwuchsspielerinnen freuen sich auf die Spiele – Viele Männer sind (noch) zurückhaltend

Kreis Neuwied. Nur noch eine Woche, dann beginnt die Fußballweltmeisterschaft der Frauen. Der ganz große Rummel rund um das Fußballereignis scheint sich hierzulande allerdings noch nicht eingestellt zu haben. Die Deutschlandflaggen an den Häusern oder Autoscheiben sind – im Gegensatz zur Weltmeisterschaft der Herren im Jahr 2010 oder gar 2006 – nur selten zu entdecken. Das könnte sich allerdings noch ändern.

Monika Langer ist Verkäuferin in einem Sonderpostenvertrieb in Linz. „Die Deutschland-fahnen gehen ganz gut“, meint sie. Ganz besonders die kleinen Flaggen fürs Auto verkaufte Monika Langer in den letzten Tagen recht häufig. „Es ist doch generell immer etwas ruhiger um den Frauenfußball“, meint Gerd Prassel von den Alten Herren aus Fernthal. Und er gesteht: „So richtig in Weltmeisterschaftsstimmung bin ich noch nicht. Doch das kann sich ja noch ändern, wenn mal die ersten Spiele laufen“, sagt Prassel, der selbst seit 37 Jahren Fußball spielt. WM-Fieber hat sich auch beim Vorsitzenden des SV Roßbach-Verscheid, Horst Schuster, noch nicht eingestellt. „Natürlich werde ich mir das eine oder andere Spiel ansehen. Das Interesse hängt aber auch ein bisschen von dem Erfolg unserer National-mannschaft ab“, meint Schuster.

Ganz anders fiebern da die Mädels der Damenmannschaft des TuS Asbach dem Fußball-ereignis entgegen. Anne Hessler zum Beispiel kündigt an, dass sie ihre Deutschlandflagge wieder aus dem Schrank holen und die Spiele des Teams von Nationaltrainerin Silvia Neid auf jeden Fall anschauen wird. Und auch Sabrina Schumacher freut sich schon aufs Public Viewing mit vielen Freunden im Garten. „Wenn ich nicht ins Stadion fahre, dann werden die Spiele zu Hause verfolgt“, sagt die junge Frau. Auch die jüngeren Spielerinnen des TuS Asbach sind schon im WM-Fieber. Sie haben bereits einen Ausflug nach Mönchengladbach geplant, um das Spiel Brasilien gegen Australien zu sehen.

Die Nachwuchsfußballerinnen hoffen im Übrigen darauf, dass der Frauenfußball durch die Weltmeisterschaft im eigenen Land ein wenig mehr Anerkennung findet. Denn die Leistun-gen von Birgit Prinz und Co. können sich nach Meinung der TuS-Mädels auf jeden Fall sehen lassen. Schließlich sind sie erfolgreicher als ihre männlichen Kollegen rund um Joachim Löw.
Dem möchte der Trainer der Asbacher Damenmannschaft, Christian Hardt, nicht wider-sprechen. „Schade eigentlich, dass der Frauenfußball nicht so populär ist“, bedauert er. Doch Hardt ist sich sicher, dass das Frauennationalteam auch viele männliche Fans hat.

Die Spielerinnen des TuS jedenfalls freuen sich schon darauf, ihre Vorbilder anzufeuern – ob im Stadion oder vor dem Fernseher. „Die Mannschaft hat gute Chancen auf den ersten oder zweiten Platz“, meint Anne Hessler zuversichtlich. Der Trainer der Asbacher B-Mädchen, Thomas Maier, hofft derweil darauf, dass die Fifa-Weltmeisterschaft der Frauen auch wieder weitere Mädchen motiviert, sich einem Fußballverein anzuschließen. „Als die Damen vor vier Jahren Weltmeister wurden, konnten wir viele neue Spielerinnen gewinnen“, erinnert sich Maier.

Beate Christ (RZ)
18.06.2011 10:14:41
Karl Meidl
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Kategorie: TUS-Presse