RZ (12.02.): Daniel Buballa
Talentierter Linksfuß aus Asbach klopft bei den ganz Großen an
Fußball Daniel Buballa (20) will bei Mainz 05 seine Chance nutzen
Asbach/Mainz. Schmeichelhaft sind Spitznamen nie: Im besten Fall verdienen sie sich ein Prädikat der Kategorie „niedlich“. Daniel Buballas Koseform klingt dagegen wie eine – nicht ernst gemeinte – Anklage: „Epo“ rufen ihn seine früheren Mitspieler des Wied-Fußball-A-Ligisten TuS Asbach. Sie unterstellen dem 20 Jahre alten Fußballtalent nicht etwa Doping, sondern versinnbildlichen so, wie pfeilschnell der Abwehr- und Mittelfeldakteur ist. Wie ein Pfeil scheint derzeit seine Karriere vorwärtszukommen: Seit wenigen Tagen trainiert der Asbacher beim Nachwuchsteam des Bundesligisten und Überraschungsteams der Liga, beim FSV Mainz 05.
Am Ziel sieht sich der blonde Linksfuß, der zuletzt das Trikot des Oberligisten SV Roßbach/Verscheid trug, mit seinem Engagement bei der U 23 der Mainzer aber nicht: „Erreicht habe ich noch nichts“, räumt Daniel Buballa ein, auch wenn er sich jeden Tag vor dem Training in den Gästekabinen des Mainzer Bruchwegstadions die Fußballstiefel bindet – also dort, wo Ribéry, Robben und Co. ihre Schienbeinschoner anlegen, bevor sie zur Bundesligapartie am Bruchweg antreten.
Der einstige Steinbruch in der Landeshauptstadt gilt als Talentschmiede: „Die machen eine tolle Jugendarbeit“, schwärmt Vater Thomas, Pastoralreferent in Asbach. „Es ist selten, dass sie Spieler von außen holen. Tuchel vertraut auf Talente aus dem eigenen Fußballinternat“, sagt er und meint den Cheftrainer und früheren Nachwuchscoach des FSV.
Apropos Tuchel: Unter welch elitärer Beobachtung Daniel nach seinem Wechsel steht, zeigt das erste Spiel im Trikot der Mainzer Regionalligaelf: Zur Partie gegen das U 23-Team des 1. FC Köln saßen neben Tuchel auch FC-Coach Frank Schaefer und Sportdirektor Volker Finke auf der Tribüne. Überraschungsgast war Dortmunds Jung-Nationalkicker Mario Götze. Sein Bruder Fabian ist Abwehrspieler in Buballas Equipe.
In der Gefahr, die Bodenhaftung zu verlieren, steht Daniel, der zehn Jahre Messdiener in Asbach war und das Kicken im Bambini-Team der TuS lernte, nicht. „Ich habe eine tolle Chance. Die Frage ist, was ich daraus machen kann“, meint er selbstkritisch. Sein geplantes Sportstudium stellt der 20-Jährige vorerst hintenan. „Ich konzentriere mich auf den Fußball.“ Der Umzug in die Landeshauptstadt ist so gut wie abgeschlossen.
Den Deal mit dem FSV fädelte übrigens sein Roßbacher Trainer Stefan Krämer ein. „Er fragte mich, ob ich Interesse habe, höher zu spielen“, sagt Buballa. Hat er – und absolviert Probeübungseinheiten bei Mainz 05, Werder Bremen, dem 1. FC Köln und TuS Koblenz. Doch die Mainzer reagieren am schnellsten und sichern sich die Dienste des flinken Asbachers. Dass Daniel „mit dem Ball am Fuß groß geworden“ ist, weiß Mutter Anne Buballa zu berichten. Da er seine gewaltige Schusskraft mit dem linken Fuß entwickelt, gilt er in der Branche als Exot: „Linksfuß ist die bessere Variante – davon gibt es weniger, und die sind in vielen Teams gesucht“, weiß Daniel.