RZ (19.04.): Neuer TuS-Trainer
Knipp: Ich werde den TuS Asbach nicht umkrempeln
RZ-Interview am Samstag: Fußball-Trainer der A-Junioren übernimmt im Sommer das Amt von Bezirksliga-Coach Marc Odink
ASBACH. Der TuS Asbach ist auf der Suche nach einem Nachfolger von Marc Odink fündig geworden: Hans-Friedrich "Fredi" Knipp wird den Fußball-Bezirksligisten ab Sommer trainieren. Der 50-Jährige, der in St. Augustin-Menden wohnt und im öffentlichen Dienst beschäftigt ist, hatte im Januar die Asbacher A-Jugend übernommen. Der verheiratete Familienvater (zwei erwachsene Söhne) war unter anderem 15 Jahre lang für die Auswahlteams des Sieg-Kreises verantwortlich und fungierte sieben Jahre lang als Stützpunkttrainer des Fußballverbands Mittelrhein. Beim Bonner SC war er zur gleichen Zeit wie Trainer-Kollege Martin Lorenzini (heute VfB Linz) für den Nachwuchs verantwortlich. Vor seinem Engagement in Asbach hatte Knipp drei Jahre lang pausiert, nun will der A-Lizenz-Inhaber mit aufgeladenem Akku die TuS-Kicker auf Vordermann bringen, wir er im RZ-Interview am Samstag erklärt.
Hallo Herr Knipp. Glückwunsch zur Beförderung.
Danke. Ich möchte allerdings betonen, dass ich im Winter ganz sicher nicht mit dem Ziel nach Asbach gekommen bin, irgendwann das Seniorenteam zu übernehmen. Das Thema ist erst aufgekommen, als Marc Odink nach der Winterpause seinen Rücktritt zum Saisonende bekannt gegeben hat. Ich hätte ansonsten auch sehr gerne mit den A-Junioren weitergearbeitet, was mir von Beginn an viel Spaß gemacht hat. Aber jetzt freue ich natürlich auch auf die neue Herausforderung in der Bezirksliga.
Wie haben Sie die ersten Monate als Jugendtrainer in Asbach erlebt?
Ich habe mich gleich heimisch gefühlt. Die Infrastruktur hier ist schon sehr gut und wird mit dem Bau des zweiten Kunstrasenplatzes und der Renovierung der Klubräume sogar noch besser. Außerdem gefällt mir die Arbeit und die Vorgehensweise des Asbacher Vorstands, der sich mir gegenüber immer offen und verlässlich präsentiert hat.
Marc Odink monierte gelegentlich mangelnde Kommunikation mit den Asbacher Entscheidungsträgern.
Das kann ich nicht beurteilen. Ich jedenfalls gehe hier völlig unvoreingenommen an die Aufgabe ran und habe bisher nur positive Erfahrungen gemacht. Marc Odink und ich kommen übrigens auch gut zusammen klar. Er wird mir sicherlich noch den einen oder anderen guten Tipp geben können, weil er ja die Bezirksliga zwangsläufig noch viel besser kennt als ich. Es wäre sicherlich falsch, da nicht an seinem Wissen zu partizipieren.
Als dann im Sommer ehemaliger Jugendcoach werden Sie bestimmt versuchen, den Asbacher Nachwuchs verstärkt in die erste Mannschaft zu integrieren?
Mittel- und langfristig ist das auf jeden Fall so geplant. Ich denke, dass im Sommer ein oder zwei A-Jugendliche den Sprung in die Bezirksliga-Mannschaft schaffen können. In den darauf folgenden Jahrgängen habe ich dann bereits großes Potenzial ausgemacht. Es wäre natürlich toll, wenn wir die Mannschaft zukünftig mit vielen Spielern aus dem eigenen Nachwuchs oder zumindest aus der hiesigen Region besetzen könnten.
Sie denken schon relativ weit voraus, auf welchen Zeitraum ist Ihr Engagement denn in Asbach ausgelegt?
Wir haben uns grundsätzlich zunächst einmal auf eine dreijährige Zusammenarbeit verständigt, in der das neue Konzept nach und nach umgesetzt werden soll.
Völlig umkrempeln werden Sie die Mannschaft im Sommer also nicht?
Nein, dazu besteht ja auch überhaupt kein Anlass. Der Charakter der aktuellen Mannschaft passt. Natürlich wird es den einen oder anderen Wechsel geben. Das ist ja ganz normal. Ich werde mich demnächst mit den derzeitigen Spielern zusammensetzten und die entsprechenden Gespräche führen.
Wo setzen Sie zukünftig ihre Schwerpunkte im Training?
Am bisherigen System mit der Viererkette werde ich erst einmal nichts ändern, das entspricht auch meiner Philosophie des modernen Fußballspiels. Fußball spielen ist da im übrigen die völlige richtige Bezeichnung. Natürlich sind Kampf und Leidenschaft für ein erfolgreiches Abschneiden wichtig, ich lege aber besonders großen Wert auf attraktiven und technisch anspruchsvollen Fußball.
Den sich dann künftig wie viele Zuschauer in Asbach anschauen?
Ich weiß, dass es momentan schwierig ist, Zuschauer zu einem Bezirksligaspiel zu locken. Das ist aber nicht nur in Asbach so. Ich bin mir aber sicher, dass wir mit dem Einsatz möglichst vieler Eigengewächse und mit einer attraktiven Spielweise den Zuspruch wieder steigern können.
Die Fragen stellte Bernd Nußbaum