RZ (29.10.): Asbach - Siegtal
Asbach leistet sich zu viele Schnitzer
Bezirksliga Ost: TuS verliert eine "völlig vermurkste Partie" gegen die Siegtaler Sportfreunde
TuS Asbach - Siegtaler Sportfreunde 0:2 (0:0)
ASBACH. Rund 80 Zuschauer vergruben auf der Haupttribüne des Asbacher Stadions die Hände in den Hosentaschen, genau 17 Hartgesottene trotzten auf der Gegengraden dem böigen Wind und der Rest der 120 Anwesenden vertrieb sich die Zeit irgendwo zwischen Theke, Würstchenausgabe und Toilette. Am Himmel hingen dicke Wolken und ein in großen Buchstaben auf die Tribüne gemaltes "Ich liebe dich, Schatz!" bot Anreiz zur Diskussion über Autor und Adressat. Ansonsten gibt es nicht viel zu berichten von der ersten Halbzeit der Bezirksliga-Partie des TuS Asbach gegen die Siegtaler Sportfreunde, die die Gäste schließlich nach 90 Minuten mit 2:0 (0:0) für sich entschieden.
"Das war natürlich ein völlig vermurkstes Spiel von beiden Seiten", räumte Siegtals Coach Jörg Mockenhaupt ein. "Vermurkst" ist ein passendes Wort und beschreibt die ersten 45 Minuten auf dem zugigen Kunstrasenplatz sehr treffend. "Nach dem kräftezehrenden Spiel in der letzten Woche fehlte uns heute ein bisschen die Kraft", erklärte Mockenhaupt die magere Ausbeute von zwei Chancen - Denis Sert und Jürgen Kindgen versuchten ihr Glück (20., 26. Minute) - in der ersten Spielhälfte. Asbach sah man dagegen vergleichsweise häufig vor dem gegnerischen Kasten, doch Torgefahr verströmte das Team von Trainer Marc Odink nicht. Einzig bei Ugur Özmens Versuch in der 13. Minute musste Siegtals Schlussmann Uwe Schupp das Leder über die Latte lenken - bei den restlichen Möglichkeiten kullerte, flog oder sprang der Ball unmotiviert und in sicherem Abstand am Ziel vorbei. Schöne Kombinationen, wie sie sich Thomas Schmitz und Wolfgang Weidenbrück bei einem Angriff in der zehnten Minute lieferten, blieben leider die Ausnahme.
Den besseren Start nach der Pause erwischten die Hausherren. "Wir hatten Glück, dass wir nicht sofort nach der Halbzeit in Rückstand geraten sind", kommentierte Mockenhaupt Thomas Rachuls Chance, die dieser völlig frei und in guter Schussposition stehend vergab (50.). Auch Odink maß dieser Szene Schlüsselcharakter bei. "Wir sind gut aus der Kabine gekommen. Da hätten wir weitermachen müssen."
Aber wieder lief in der Asbacher Offensive nichts rund. Und auch die Hintermannschaft leistete sich nun dicke Schnitzer. "Haut dat Ding weg", warnte ein Zuschauer in der 71. Minute - doch der Tipp kam zu spät: Siegtals Christian Krämer hatte sich das Leder bereits zurecht gelegt, um sein Team mit einem präzisen Schuss aus gut 20 Metern Entfernung in Führung zu bringen (70.). Den zweiten Treffer für die Sportfreunde besorgte Sascha Freymann per Eigentor: TuS-Keeper Waldemar Komor konnte den Pass des eigenen Mannes nicht unter Kontrolle bringen (80.). "Ich bin in gar keiner Weise zufrieden", fasste ein zerknirschter Odink die Begegnung zusammen.
Sonja Weber
Asbach: Komor - Meurer, S. Freymann, L. Freymann, Weidenbrück, Rachul (82. Bouzardaoui), Limbach (75. Gey), Hess, Schmitz, Fatar, Özmen (75. Vollmert).
Siegtal: Schupp - Bedranowsky, Loch, Krämer, Schröder, A. Jacobs (61. Nagel), Giresser, Langenbach, Sert (82. Könsgen), Kindgen, Kemper. Schiedsrichter: Christian Ogait (Roßbach).
Zuschauer: 120.
Tore: 0:1 Krämer (70.), 0:2 S. Freymann (80./Eigentor).
Beste Spieler: Weidenbrück, Hess - Krämer, Sert.