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RZ (23.07.): BAP beim TuS-Jubiläum

Kölsch-Rock lässt in Asbach das Eis schmelzen


Kultgruppe BAP präsentiert über drei Stunden die besten Stücke aus drei Jahrzehnten Bandgeschichte - 1200 Zuschauer feiern mit dem TuS das 125-jährige Bestehn des Vereins

"Et wor schön", sagte Leadsänger Wolfgang Niedecken am Samstagabend um 23.20 Uhr. Seine Jungs von BAP hatten soeben über drei Stunden lang ihr Publikum begeistert. 31 Lieder, die die Kult-Band in den vergangenen drei Jahrzehnten zum Erfolg brachten. Der TuS Asbach hatte eingeladen: Zum 125-jährigen Bestehen des Vereins hatten sich die Sportler in der Eissporthalle am Vorteil-Center das schönste Geschenk selbst gemacht.

ASBACH. Der Titelsong der "Greatest-Hits"-Tour von BAP "Dreimal zehn Jahre - wo sind die hin?" ist ohne Frage auf den Samstagabend in Asbach übertragbar: Drei Stunden Nonstop-Programm - und wo ist die Zeit hin? Frontsänger Wolfgang Niedecken und seine Formation lassen auch nach 31 Jahren BAP-Historie erkennen, dass die Rock-Olympioniken aus der Domstadt noch lange nicht ausgedient haben.

Leger, in Jeans und Karohemd, die Haare leicht zerzaust und die Gitarre in der Hand - so betritt BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken die Bühne. Der 56 Jahre alte Kölner wirkt frisch, sportlich und motiviert. Gleichsam historische Stücke wie "Alexandra, nit nur du", "Ne schöne Jrooss" und "Müsli-Man" lassen die rund 1200 Gäste in der "abgetauten" Eishalle von Asbach in Fahrt kommen.

Niedecken sucht den Dialog mit dem begeisterten Publikum, er weiß ganz genau, wie er Jung und Alt um den Finger wickeln kann: "Diese Nacht sind wir wieder wer. In der Nacht ist alles drin", heizt der Sänger an.
"Ich habe BAP bereits vor über dreißig Jahren in Köln erlebt und kennengelernt", schwärmt Dr. Jürgen Mertens, der als Eigentümer die umfunktionierte Eishalle unentgeltlich zur Verfügung stellte. Auch Asbachs Ortsbürgermeister Helmut Reith lässt sich das Rock-Großereignis in seiner Gemeinde nicht nehmen. "Meine Tochter feiert zwar heute ihren Geburtstag. Dennoch, ein Besuch dieses Konzertes ist einfach ein Muss für mich", sagte er und lachte.

Der musikalische und inhaltliche BAP-Stil, der wesentlich geprägt ist von Bob Dylan, den Kinks und Rolling Stones, lässt aber auch melancholische Parallelen zum österreichischen Liedermacher Wolfgang Ambros erkennen. Kein Wunder, dass bei so viel Reichtum an Einflüssen die Stile im Laufe des Abends immer wieder wechseln - ähnlich wie die durchgeschwitzten Hemden von Wolfgang Niedecken.

Dann spielt die Band "Du kanns zaubere" an: Wunderkerzen werden gezündet, die Atmosphäre wirkt familiär, gelöst. Nur Minuten später ein ganz anderes Bild: Mit BAP-Reißern wie "Frau ich freu mich", "Kristallnaach" und "Waschsalon" verwandelt sich die sonst so "kühle" Halle wieder in ein Tollhaus.

Verstärkung holten sich die fünf Jungs am Samstagabend mit Violinistin Anne de Wolff. Ihr virtuoses Geigenspiel passt ohne Frage zum facettenreichen Kölsch-Rock der Musikgiganten aus der Domstadt.

Um 22.35 Uhr bedankt sich die Band - verabschiedete sich zum ersten Mal. Doch das Publikum weiß genau: Hier geht noch was. Denn Klassiker wie "Wellenreiter", "Jraaduss" und "Verdamp lang her" - die fehlten doch noch im Repertoire der "Greatest Hits-Tour". Und die begeisterte Fan-Gemeinde soll Recht behalten. Niedecken und Co. kommen zurück auf der Bühne. Der Konzertendspurt zum 125-jährigen Bestehen des TuS Asbach ist noch einmal ungeheuer schwungvoll, das Asbacher Publikum gewährt den Kölner Musikern dabei sprachliche Entlastung - es bestreitet nun den Gesang selbstständig. Jede Strophe der BAP-typischen und unverwechselbaren Kompositionen ist der "Generation BAP" bekannt.

"Et wor schön", ruft Niedecken nach der vierten und letzten Zugabenrunde den Zuhörern zu. Mit "La-Ola-Welle" der Band fürs Publikum und schweißgetränkten Handtüchern in der Hand, verlassen BAP nach drei Stunden Musik die Bühne. Die Gruppe hat sich nach diesem Auftritt ohne Zweifel auch in der Westerwaldgemeinde ein musikalisches Denkmal gesetzt. Uwe Lederer
23.07.2007 10:27:52
Karl Meidl
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Kategorie: TUS-Presse