RZ (27.03.): TuS-Jahreshauptversammlung
TuS Asbach hat eine neue Vereinsspitze
Franz Varel ist neuer Vorsitzender - Zweiter Sportplatz gefordert - Verein feiert im Juni sein 125-jähriges Bestehen - BAP kommt am 21. Juli
Ein Wechselbad der Gefühle erlebten die Mitglieder während der Jahreshauptversammlung des TuS Asbach. Der Vorsitzende kandidierte nicht mehr, in der Vereinskasse klafft ein Loch, und im Juni steht das 125-Jahr-Jubiläum auf dem Programm.
ASBACH. Führungswechsel beim größten Asbacher Verein, dem TuS Asbach. Franz Varel löst Robert Winter an der Spitze des 964 Mitglieder zählenden Vereins ab. Winter war vor zwei Jahren zum Vorsitzenden gewählt worden und stellte sich nicht mehr zur Wahl. Nachfolger Franz Varel ist seit 17 Jahren Mitglied des TuS und bisher als Trainer der A-Jugend tätig.
Mit Heinz Centini im Amt des Schatzmeisters beriefen die Mitglieder einen weiteren neuen Mann an die Vereins- spitze. Michael Wagner, langjähriger zweiter Vorsitzender, bestätigten sie im Amt, ebenso wie die einzelnen Abteilungsleiter. Geschäftsführerin Martina Klein komplettiert die Vereinsspitze. Kassierer ist Lothar Schumacher, und Wolfgang Germscheid und Norbert Ditscheid fungieren als Beisitzer.
Gerade erst im Amt, kann sich der neue Vorstand auf ein besonderes Ereignis vorbereiten. Der TuS wird in diesem Jahr 125 Jahre alt. Wie Martina Klein den Mitgliedern während der Jahreshauptversammlung mitteilte, ist am Sonntag, 3. Juni, der Festtag des Vereines. Nach einer Messe in der Pfarrkirche und einem Frühschoppen auf dem Sportplatz mit offiziellen Gästen präsentieren sich die einzelnen Abteilungen dem breiten Publikum. Herzstück des Jubiläumstages ist eine große Fotoausstellung im Vereinsheim, die die Geschichte des TuS widerspiegelt.
Das Wochenende 16/17. Juni soll von einem Jungenfußballturnier geprägt sein, wofür auch Mannschaften aus den Niederlanden und Finnland nach Asbach kommen werden.
Damit aber nicht genug, das Highlight der Jubiläumsfeierlichkeiten ist am Samstag, 21. Juli. In der Asbacher Eishalle tritt die Kölner Gruppe BAP auf und sorgt mit Kölsch-Rock für Partystimmung. Die Karten für diesen Event gibt es noch vor Ostern in den Vorverkaufsstellen, berichtete Martina Klein.
Bis dahin hat der neue Vorstand aber noch eine Menge Hausaufgaben zu erledigen. So richtige Freude konnte man beim scheidenden Vorsitzenden Robert Winter trotz des Mitgliederzuwachses um 42 Mitglieder nicht verspüren. Der TuS musste am Jahresende einen Fehlbetrag in der Kasse ausweisen.
Seit 1999 ist der Beitrag unverändert, deshalb schlug Robert Winter eine deutliche Erhöhung vor. Mehr Sportgruppen und mehr Mitglie-der sind nicht gleichzeitig mit mehr Einahmen gleichzusetzen, betone Winter.
Unter den Mitgliedern entbrannte schnell eine Diskussion. Michael Schwering-Sohnrey verwies darauf, dass einige Abteilungen mehr Kosten verursachen als durch Beiträge und Einnahmen gedeckt sind. Er forderte einen Beitrag, der sich aus einem Sockelbetrag und einem abteilungsbezogenen Beitrag zusammensetzt. Dirk Schlabs genau wie Schwering-Sohnrey, Volleyballer beim TuS, unterstützten diese Forderung in der heftigen Diskussion. Mitglieder wie der ehemalige Vorsitzende Karl Meidl und der zweite Vorsitzende Michael Wagner wiesen darauf hin, dass der Verein durch unterschiedliche Beiträge den Solidaritätsgedanken verlieren würde und zu zerbrechen drohe.
Nach langen Diskussionen stimmte die Versammlung für neue Beiträge: Familien zahlen nun 117 Euro, Aktive 81, Kinder und Aktive ohne Übungsleiter 63 und Inaktive 45 Euro. Im Geschäftsbericht ging der Vorstand besonders auf die Problematik der Fußballabteilung ein. 27 Trainingseinheiten stehen in der Woche auf dem Programm. Dies bedeutet 40 Stunden Training auf dem Sportplatz und damit acht Stunden jeden Tag. Allein 13 Jugendmannschaften mit über 200 jungen Spielern hat der TuS. Die A-Jugend spielt in der Verbandsliga, der höchsten Spielklasse im Fußballverband, die B- und C-Jugend jeweils in der Bezirksliga. Die B-Jugend schaffte sogar den Einzug ins Halbfinale um den Rheinlandpokal und hat noch Chancen, über eine Relegation ebenfalls in die Verbandsliga aufzusteigen. Mit dem C-Jugendspieler Sven Houck wurde erstmals ein Asbacher zu einem Lehrgang des Deutschen Fußballbunds (DFB) eingeladen.
Martina Klein und Robert Winter betonten, dass dies kein haltbarer Zustand sei und dringend ein zweiter Sportplatz in Asbach gebaut werden müsse. Martina Klein: "Ein zweiter Sportplatz ist unbedingt vonnöten, denn wenn wir Jugendliche nach Hause schicken müssten, weil unsere Kapazitäten einfach überschritten sind, geht der Vereinsgedanke verloren."
Reiner Besgen