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RZ (28.10.): Sven Houck

Houck träumt von der Nationalelf


Jugendfußball: 14-jähriger Asbacher zum DFB-Lehrgang eingeladen - TuS-Trainer Schulte ist überzeugt: Der hebt jetzt nicht ab

Kommt in nicht allzu ferner Zukunft ein Jugendnationalspieler aus dem Kreis Neuwied? Möglich ist es, denn der Asbacher Nachwuchskicker Sven Houck steht beim DFB auf dem Zettel und war unlängst zum Lehrgang eingeladen.

ASBACH. Sven Houck ist in der B-Jugend des TuS Asbach ein Führungsspieler. Aus dem zentralen Mittelfeld heraus hat er seine Teamkollegen im Blick, verteilt die Bälle geschickt und gefährlich, oder geht selbst mit nach vorn. "Es gibt Tage, da kann Sven ein Fußballspiel bestimmen, wie es ihm gefällt", schwärmt Trainer Andreas Schulte, "aber nur, wenn er Lust dazu hat - so sind die Jungs in dem Alter."

Was der 14-Jährige drauf hat, ist auch Bernd Stöber, dem Chef der U 15-Nationalelf, aufgefallen. Beim DFB-Schülerländerpokal im vergangenen August traten Junioren-Teams aller Fußballverbände gegeneinander an. Die Rheinlandauswahl, in der Sven Houck spielt, schaffte dabei nur Platz acht. Doch für ihn war das Turnier ein großer Erfolg: Stöber lud das junge Talent zum Lehrgang für die Nationalmannschaft ein.

>I>"Klar, wir wussten alle, dass wir beobachtet werden", erzählt Sven. Viele Trainer nutzen solche Turniere, um sich nach begabten Nachwuchs-spielern umzusehen. "Wenn man es genau nimmt", meint Mutter Claudia Houck, "ist das wie auf dem Viehmarkt, mich würde das verrückt machen." Sven sieht das lockerer: "Die Nervosität bei diesen Spielen hat sich gelegt, für mich ist das mittlerweile eine Motivation, ich will mich präsentieren, will zeigen, was ich kann."

Die großen Vereine der anderen Teilnehmer bei dem Lehrgang kennt man fast alle aus der Bundesliga: Borussia Dortmund, VfL Wolfsburg, Schalke 04 - übrigens Svens Lieblingsverein. Die Frage "Wo liegt eigentlich Asbach?" musste er da mehr als einmal beantworten. Jetzt wissen das wieder ein paar Leute mehr. Zum Beispiel interessieren sich Vereine wie Leverkusen oder Koblenz für Sven, der sich über solche Angebote "bisher noch keine großen Gedanken gemacht" hat. Falls es mit der Nationalelf klappt, wird er aber an einem Wechsel nicht vorbeikommen: Voraussetzung dafür ist, dass die B-Junioren mindestens in einer Regionalliga-Mannschaft spielen.

Vorerst ändert sich aber nichts für den 14-Jährigen - meint auch Trainer Schulte: "Der hebt jetzt nicht ab, dafür ist er nicht der Typ; überhaupt ist er wegen seiner lockeren Art sehr beliebt bei den Jungs." Sven weiß außerdem sehr genau, dass die Einladung zum Lehrgang zwar eine große Chance, aber eben nicht mehr bedeutet. DFB-Coach Bernd Stöber hat seinen "Auserwählten" ohnehin schnell klar gemacht: "Denkt jetzt nicht, ihr seid schon in der Nationalmannschaft. Geht lieber davon aus, dass jeder nur drei Mal eingeladen wird: das erste Mal, das einzige Mal, und das letzte Mal."

Auch wenn er es nicht in die Nationalelf schafft, hat er aus den Trainingseinheiten mit den U 15-Junioren einiges mitgenommen: "Als ich dann wieder beim TuS trainiert habe, dachte ich echt: Ist das langsam hier." Im Lehrgang war schnelleres Abspiel und ein großes Laufpensum gefordert. "Hier in Asbach ist das Spiel anders, da kann ich den Ball auch mal länger halten und einen anderen nass machen - das war schon eine Umstellung", sagt Sven.

Ob Sven seinem Vorbild Pavel Nedved nacheifern kann und irgendwann eine Karriere als Profi-Fußballer macht - "Ich lasse das einfach auf mich zukommen", meint er. Mutter Claudia Houck, die nicht nur einen Fußballverrückten in der Familie hat, ist sich allerdings sicher: "Diesen Traum hat jeder Junge."

Carsten Luther Rhein-Zeitung - Ausgabe Asbach, Linz, Unkel vom 28.10.2006, Seite 34.
28.10.2006 10:59:54
Karl Meidl
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Kategorie: TUS-Presse