RZ (03.03.): TuS hat kein Losglück!
Asbach trifft nicht auf DFB-Elf
Fußball: Der FSV Luckenwalde zieht das große Los und darf damit im Mai gegen die deutsche Nationalmannschaft antretenEs war ein großer Traum: einmal gegen die deutsche Nationalmannschaft zu spielen. Für den TuS Asbach ging er am Mittwochabend nicht in Erfüllung. Bei der Auslosung zum Sieger der Aktion "Klub 2006 - die Fifa-WM im Verein" hatte der FSV Luckenwalde das Glück auf seiner Seite, als Oliver Bierhoff ihm die DFB-Elf per Los bescherte.
ASBACH. Mittwochabend, 21 Uhr in Asbach. Die Scheiben des Klubheims des TUS Asbach sind beschlagen und im Innern, da brodelt es. Über 80 Freunde und Anhänger des Fußballs haben sich versammelt, um gemeinsam das Länderspiel Italien gegen Deutschland zu verfolgen. Dabei geht es an diesem Abend eigentlich allen so wie dem Trainer der ersten Mannschaft, Joachim Weißenfels: "Mich hat noch nie ein Fußballspiel so wenig interessiert wie dieses heute", verrät er. Denn der Grund, warum jetzt Fußball auf der großen Leinwand gesehen wird, ist: Die Auslosung zum Sieger der WM-Kampagne "Klub 2006 - Die Fifa-WM im Verein" in der Halbzeitpause. Der Hauptpreis: ein Spiel gegen die Nationalelf (RZ berichtete). "Das wäre ein Jahrhundertereignis", freut sich der Vorsitzende des über 800 Mitglieder zählenden Vereins, Robert Winter, und ist angespannt. Aus über 4000 Mannschaften sind es nur noch die vier Amateurvereine TSV Büsum, FSV Luckenwalde, SV Hammerschmiede und natürlich TuS Asbach, die gemeinsam im "Topf" liegen und darauf warten, von Glücksfee Oliver Bierhoff auserkoren zu werden. Mit dem Pfiff zur Halbzeitpause springen schon die ersten vor Freude auf, andere rücken ihren Stuhl noch einmal zurecht, um ja keinen Moment auf der Leinwand zu verpassen, dritte nehmen einen kleinen Beruhigungsschluck aus der Flasche. Und dann: die "tagesschau" kommt. Die will hier an diesem Abend erst recht niemand sehen. Erste Enttäuschung macht sich breit. Helmut Reith hat sich auch mit unter die Fußballfans gemischt, um das spannende Ergebnis live mitzuerleben. Und auch er ist sichtlich nervös. "Das ist für den Verein und für Asbach eine absolute Sensation", freut sich der Bürgermeister und hofft, durch diese Aktion auch den Jugendlichen im Verein neuen Ansporn geben zu können. Und er freut sich auch auf einen anderen Aspekt: "Unser Name Asbach wird gleich vor einem Millionenpublikum zu hören sein", freut er sich. Aber wann denn nun? Das ist die Frage, die sich die Fußballer hier stellen. Und für manche wird es auch Zeit. Der elfjährige Manuel Hauck durfte extra länger aufbleiben und jetzt zögert sich alles hinaus. Nach den Nachrichten das altbekannte Bild: Gerhard Delling und Günter Netzer. Musik aus, Ton lauter gedreht und Ruhe im Saal. Doch erst werden noch einmal die besten Szenen der ersten Halbzeit angeschaut, italienische vornehmlich. Weißenfels wird ungeduldig: "Seit sechs Tagen träume ich davon, und es ist ein schöner Traum", sagt der engagierte Trainer, der jetzt mit seiner Mannschaft Arm in Arm in der ersten Reihe das Geschehen in Florenz verfolgt. Etwas weiter hinter im Saal stehen auch Fatos Prenko (15) und Nico Luther (22): Für die beiden wäre es ebenfalls ein Traum, ein Erlebnis, das wohl nie mehr wiederkommen wird. Weiche Knie und die totale Anspannung in den Gesichtern. Und dann die kurze, aber schmerzvolle Entscheidung. Aus dem Topf zieht Oliver Bierhoff das Los. Der Sieger heißt - FSV Luckenwalde. "Sch...", ertönt es aus vielen Kehlen, andere lassen sich einfach deprimiert in ihre Stühle fallen. Was keiner erwartet hatte, das ist nun wirklich passiert: Luckenwalde wird nun im Mai gegen die Klinsi-Elf antreten. Für Winter aber dennoch kein Grund, traurig zu sein. "Wir gratulieren dem FSV Luckenwalde und wünschen viel Spaß und Glück", spricht er durch das Mikrofon. So endet ein Abend, der das Prädikat "schöner Fußballabend" dann doch nicht verdient hatte. Dabei haben sich die Asbacher alle Mühe gegeben. Aber Pech bei der Auslosung und das schlechte Spiel der DFB-Elf sorgten nicht wirklich für gute Stimmung. Dennoch schauen die Asbacher nach vorn: Schließlich freuen sich trotzdem alle auf das Ereignis des Jahres. Die WM in Deutschland.
Mareile Rothe