TUS 1882 Asbach

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TUS-Veteranen im Interview: Ewald Winter
Introtext zu Ewald (Karl Meidl)

Von 1977 – 1985 spielte Ewald Winter (Jahrgang 1959) in der Asbacher Ersten. Leider ist aus dieser Zeit kaum noch etwas in den TuS-Annalen zu finden. Und er selber, bescheiden wie er nun einmal ist, trägt auch nichts zu seiner „Vergangenheitsbewältigung“ beim Frage-Antwort-Spiel bei.

Lediglich mit einem Augenzwinkern erwähnt er ein Spiel gegen den späteren Bundesliga-Profi Jürgen Wittelsberger. Die Recherchen ergaben, dass dies in Ewalds erster Saison 77/78 gewesen sein muss: Der TuS stieg nach vier Jahren in die neu geschaffene Kreisliga A auf (Kreis Neuwied und alter Kreis Montabaur bildeten ab jetzt den Fußballkreis Ww/Wied) und der FV Engers (heute Oberliga!) stieg in diese Spielklasse ab.

Übrigens: Der Aufstieg hing an „einem seidenen Faden“ und musste durch mehrere Sportgerichtsverhandlungen „erkämpft“ werden. Typisch für ihn, dass er die Promi-Spiele (u.a. mit 54- und 74-Weltmeister!) in Asbach gegen die AHs überhaupt nicht erwähnt!

Aber wenn „Not am Mann“ war, half Ewald immer wieder aus, so u.a. als Interimstrainer der TuS-Reserve. So kann man im TuS-Archiv (10.09.2006) nachlesen: „Nach fünf Spieltagen hat die 2.Mannschaft ein Torverhältnis von 1:23 und keinen Punkt auf dem Konto. Das hatte man sich beim TuS anders vorgestellt! Während der Woche resignierte Trainer Jannis Boidanidis und legte das Traineramt nieder..... Für das heutige Spiel war AH-Spieler Andreas Buslei verantwortlich, ab Dienstag leitet dann AH-Spieler Ewald Winter, der im letzten Jahr erfolgreich die B-Junioren coachte, das Training.

Aber er hat sich eine Probezeit von vier Wochen ausbedungen. Also hängt es von den Spielern ab, ob er weitermacht!“ In seinem ersten Spiel konnte er über 15 Spieler verfügen und holte den ersten Punkt. Zwei Spieltage später gelang seiner Mannschaft der erste Sieg in der Kreisliga B. Und aus den vier Wochen wurden schließlich fast vier Monate, bis er dann von Michael Daniels abgelöst wurde. Trotz der 0:1-Heimniederlage gegen die SG Neustadt I (!) vor 200 Zuschauern, die anschließend die Meisterschaft feierten, beendete die Asbacher Zweite mit dem 11.Platz die Spielzeit 2006/07. Und den Grundstein dazu legte Ewald Winter!

Neben seinem Humor war und ist „Hilfsbereitschaft“ eine der stärksten Eigenschaften von Ewald. Immer wieder war er bereit, sein Wissen und Können an die Asbacher Fußballjugend zu vermitteln. Als Familienmensch nahm er auch bei einer der Fahrten seiner Jugendmannschaft Frau und Tochter mit nach Spanien. Übrigens: Der TuS fuhr insgesamt achtmal mit jeweils zwei Jugendmannschaften zu internationalen Turnieren in der Nähe von Barcelona.

Und als Platzwart holte er sich „Vater Prenku“ als Assistenten und trug somit dazu bei, die Familie Prenku in Asbach zu integrieren. Als Ewald dann beruflich zur Ortsgemeinde wechselte, musste er diesen Job aufgeben. Aber er war immer zur Stelle, wenn Hilfe benötigt wurde.

Stimmen zu Ewald Winter:

Mitspieler Harald Buslei:

„Ewald ist dem Verein immer treu geblieben: Spieler in der Jugend, bei den Senioren und Alten Herren sowie als erfolgreicher Trainer im Junioren- und Seniorenbereich. Seine Übersicht, seine Disziplin und sein Fußballsachverstand sowohl als Spieler und als Coach waren immer eine große Hilfe. Er kann einen Spielverlauf sehr gut analysieren und daraus für die eigene Mannschaft die richtigen Schlüsse ziehen. Das sind Eigenschaften, die unersetzlich sind und ihn auch heute noch als kompetenten Gesprächspartner bei den Heimspielen der Senioren auszeichnen.

Auch wenn er aktuell nicht aktiv in das sportliche Geschehen eingreift, ist er für den Verein immer noch eine große Unterstützung, als Kümmerer für das Sportgelände oder auch dann, wenn fleißige Helfer gebraucht werden. Auf Ewald kann man sich jederzeit verlassen. Daher ein herzliches „Danke schön“ nach Oberplag!

Dass die Kontakte zu den ‚Alten Kameraden‘ nicht vollständig abreißen, dafür sorgen neben den Besuchen zu den Heimspielen auch die enge Verbundenheit zu einigen ausgesuchten Mitstreitern seiner aktiven Fußballzeit, dem berühmten Filmteam. Hier war er z.B. als Vorbild für Leonardo di Caprio mit seiner Rolle als Jack Dawson in ‚Titanic‘ in einer tragenden Rolle und hat auch als ‚Kaleu‘ ein Paddelboot in den Weiten des Asbacher Strandbads gesteuert.“

Schatzmeister Herbert Grüber:

„Ewald war ein vorzüglicher Manndecker, vornehmlich Vorstopper oder im defensiven Mittelfeld, und war oftmals mit Sonderbewachungsaufgaben betraut. Er wurde zur damaligen Zeit von den Sportplatzbesuchern mit Karl-Heinz Förster (damaliger Nationalspieler, 1958 geboren und somit fast gleich alt) verglichen. Die Attribute von Förster waren: Knallharter Manndecker mit dem Engels-gesicht, hart aber immer fair. Ewald war über viele Jahre Stammspieler in der 1. Mannschaft, selten verletzt und immer zur Stelle.“

Vorsitzender Franz Varel:

„Ewald ist ein sehr zuverlässiger Mensch mit einer klaren eigenen Meinung, der bis heute noch ganz viel für den TuS macht. Konkret hat er lange Jahre als Trainer im Jugendbereich erfolgreich mitgearbeitet und hat ein gutes Standing im gesamten TuS. Dies wurde auch dadurch dokumentiert, als während des Spiel der AH gegen die Lotto-Elf ein riesiges Transparent von Zuschauern hochgehalten wurde mit der Aufschrift: Ewald unser Fußballgott!“

Neffe Tristan Limbach:

„Leider bin ich zu jung, sodass ich nie ein Spiel von Ewald in seiner Zeit als Spieler der ersten Mannschaft erleben konnte. Als Jugendlicher durfte ich jedoch unter ihm als Trainer spielen. Die Trainingseinheiten waren oftmals hart, da er viel Wert auf Disziplin und vor allem auf Fitness gelegt hat. Das hat sich in den Spielen dann auch immer positiv für uns ausgezahlt. Neben den sportlichen Erfolgen, die er als Trainer aufzuweisen hat, hat er es vor allem geschafft, uns Spieler in unserer Entwicklung auf und neben dem Platz zu fördern.“

Zum Schluss kommt Bruder Robert, der zwei Jahre älter ist, zu Worte:

„Ewald war ein sehr guter Vorstopper. Da hat es Spaß gemacht, Libero zu spielen, weil man meistens einen ruhigen Job hatte. Einen Tag vor seiner Gesellenprüfung hat er vom eigenen Torwart bei der Abwehr eines Balles die Faust an den Kopf bekommen, sodass er mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus musste. Die Gesellenprüfung musste um ein halbes Jahr verschoben werden.“

Tristan's und Waldi's Fragen an Ewald

Bei den Nostalgie-Berichten ist zu sehen, wie du im AH-Trikot als „Ewald-Winter-Fußballgott“ von deinen Fans gefeiert wirst. Du hast jedoch auch vor deiner AH-Zeit schon einige TuS-Trikots getragen und verschiedene Mannschaften trainiert… Kannst du den jüngeren Lesern von deinen Zeiten als aktiver Spieler und aus den Zeiten nach deiner Spielerkarriere berichten? Zudem interessiert uns, wie du dich immer noch so fit hältst. Kickst du hin und wieder noch?

Ab der D-Jugend habe ich in Asbach Fußball gespielt. Damals gab es noch keine jüngeren Mannschaften. 1977 bin ich dann von der A-Jugend in die erste Mannschaft gekommen, die gerade in die damalige A-Klasse aufgestiegen war und bis 1984 in dieser Klasse spielt. Von 84 bis 85 spielten wir in der Bezirksliga, konnten die Klasse aber leider nicht halten.

Mit dem Abstieg 1985 habe ich mich entschlossen, etwas kürzer zu treten und habe noch ein paar Jahre dritte Mannschaft gespielt, bis ich zu den Alten Herren kam. Irgendwann zwischen 2010 und 2012 habe ich ganz mit dem Fußball aufgehört und bin in den erlauchten Kreis der „Nationaltrainer“ aufgestiegen.

Vorher war ich aber auch „richtiger“ Trainer beim TuS: D-Jugend (Anfang der 80er Jahre zusammen mit Harald Buslei), D-Jugend (1998 - 99), C-Jugend (1999 – 2003), B-Jugend (2004 – 06 nach Aufstieg in die Bezirksliga), 2.Mannschaft (vorübergehend 2006) und noch einmal C-Jugend (2013 – 16).

Derzeit betreibe ich keinen Sport mehr. Meine körperlichen Aktivitäten beschränken sich auf meine Arbeit in der Gemeinde und private Holzarbeiten. Wer mich aber kennt, weiß, dass ich trotzdem noch einen „gestählten Körper“ habe.

Welche Anekdote aus Deiner Asbacher Zeit ist dir immer noch präsent und würdest Du uns erzählen?

In Erinnerungen bleibt mir, dass wir in den Anfangszeiten nach dem Spiel bzw. nach dem Training zum Duschen ins Vereinslokal zum Theo Krämer bzw. zum Dieter Zorn gehen mussten. Die Spielersitzungen mit anschließendem Knobeln dauerten oft bis tief in die Nacht, sodass die Kondition, die wir uns vorher im Training mühsam erarbeitet hatten, am Ende beim Vereinswirt blieb!

Welcher Moment/Welches Spiel war Dein Höhepunkt beim TuS?

Das Meisterschaftsspiel gegen Jürgen Wittelsberger, der danach „aus lauter Frust zu Hertha BSC gewechselt ist und dort in der Bundesliga gespielt hat“. Natürlich ein Scherz, aber O-Ton Ewald!

Zu welchen Personen hattest Du zu Deiner TuS-Zeit ein besonderes Verhältnis? Hast Du heute noch Kontakt zu ehemaligen Mitspielern oder Trainern?

In meiner Trainerzeit bei den Jugendmannschaften war es eindeutig Wolfgang Bisch. Er war der beste Betreuer, den man sich vorstellen kann. Er hat sich um alles gekümmert, was außerhalb des Spielfeldes angefallen ist, sodass ich mich voll auf die Trainertätigkeit konzentrieren konnte.

Heute habe ich hauptsächlich Kontakt zu meinen Neffen Tristan und Kilian und zu den Spielern, die in meiner Werkstatt Karnevalswagen bauen. Wenn ich ab und zu auf dem Sportplatz bin, treffe ich auch Leute, die ich mal trainiert habe oder die ich einfach kenne. Asbach ist ein Dorf, da kennt man sich. Und ein besonderes Verhältnis habe ich zum TuS-Vorsitzenden Franz Varel, der mein direkter Nachbar ist und mit dem ich viel unternehme.

Verfolgst du die sportliche Entwicklung deines alten Vereins? Wenn ja, wie?

Gelegentlich bin ich bei einem Heimspiel auf dem Sportplatz, um mit den alten Cracks Piff, Robert und anderen am Spielfeldrand zu stehen und höchst qualifizierte Kommentare zum Spiel und zur Leistung einzelner Spieler abzugeben. Das erinnert mich an meine eigene Spielzeit, als die damaligen AH-Spieler am Rand standen und mich kritisierten. Da kam Freude auf.

Bildergalerie

04.05.2021 09:24:51
Eric Herber
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TUS-Veteranen