TUS 1882 Asbach

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TUS-Veteranen im Interview: Wolfgang Bierbrauer
Introtext zu Wolfgang (Karl Meidl)

Wolfgang „Piff“ Bierbrauer (Jahrgang 1968) begann in der D-Jugend mit dem Fußballspiel und durchlief beim TuS die nächsten drei Jugendklassen. Aus dieser Zeit sind ihm weniger die sportlichen Erfolge in Erinnerung als vielmehr die jährlichen Fahrten an den Kaiserstuhl unter der Leitung des damaligen Jugendleiters Uli Albat (1983 – 86).

Ab 1986 spielte er in den Asbacher Seniorenmannschaften. Sportlicher Höhepunkt seiner Fußball-Karriere war die Vize-Meisterschaft in der Kreisliga A mit den zwei darauffolgenden erfolgreichen Aufstiegsrunden zur Bezirksliga im Sommer 1991. Noch einmal: Vor 500 Zuschauern setzte die Asbacher Mannschaft mit einem 5:0-Sieg das i-Tüpfelchen auf diese Supersaison.

Vereinsurkunde, Pressebericht samt Mannschaftsfoto und Bild von der Sektdusche haben daher ihren Platz in „Piffs Trophäenschrank“ gefunden. Und bei seinem letzten Spiel im Jahr 2001 standen Jugendspieler mit einem Banner („Piff, du darfst nicht gehen“!) hinter dem Asbacher Tor.

Da, wie schon mehrfach erwähnt, das TuS-Archiv erst ab der Saison 03/04 digitalisiert wurde, ist über einzelne Spiele von ihm leider nichts mehr vorhanden. Und doch findet man seinen Namen später wieder im TuS-Archiv – und zwar 2005, im nächsten Superjahr des TuS! Zur Erinnerung: Die 1. und 2.Mannschaft errangen wie die A- und C-Jugend die Kreismeisterschaft.

Bei diesen Erfolgen wollte die 3.Mannschaft mit Trainer Achim Neifer nicht zurückstecken. Sie belegte punktgleich mit der SG Epgert und der SG Neustadt III den 2.Tabellenplatz. Da die Neustädter wegen ihrer 2.Mannschaft nicht aufsteigen durften, kam es zu einem Entscheidungsspiel gegen die SG Epgert in Fernthal, das die Asbacher Mannschaft nach Verlängerung mit 4:1 gewann.

In der anschließenden Aufstiegsrunde qualifizierte sich die 3.Mannschaft für die Kreisliga C, verzichtete aber später auf den Aufstieg. Leider hatte die Mannschaft bei diesen Spielen Personalprobleme, da die 1. und 2.Mannschaft auf Mallorca waren. Und da war es für Piff selbstverständlich, dass er zweimal aushalf (29.05./ 08.06.05).

Stichwort Helfen: Piff erinnert sich nur an die Feiern, die der TuS in Asbach durchführte. Er war ständig beim Auf- und Abbau dabei. So gehörte er auch zu den Fünfen (u.a. die beiden damaligen TuS-Vorsitzenden), die am Kirmesdienstag die alte Tribüne abrissen, damit sie fünf Tage später bei der Einweihung des neuen Kunstrasenplatzes die wunderschöne Anlage nicht mehr „verschandelte“! Piff half immer!

Stimmen zu "Piff" Bierbrauer:

Schatzmeister Herbert Grüber greift auch seine ständige Hilfsbereitschaft auf: "Piff ist mir erstmals Anfang der 80er Jahre (ich selbst war damals 2. Geschäftsführer) aufgefallen, als er mit seinem Freund Michael Adams an einem Nachmittag während der Sportwoche mit enormem Fleiß im Getränkepavillon tätig war und die beiden alle Anwesenden zur restlosen Zufriedenheit bedienten. 

Damals konnte man noch nicht ahnen, dass seine Karriere später in der Bezirksliga ihren Höhepunkt finden würde. Für mich zählte er zu den größten sportlichen Überraschungen. Vorbildlicher Fleiß, gepaart mit zurückhaltendem Selbstbewusstsein, ließen einen Jugendkicker des TuS bis zum Mannschaftskapitän einer langjährigen Bezirksligamannschaft reifen. Aus meiner Sicht eine Bilderbuchkarriere eines bodenständigen Westerwälders, der später und auch heute noch immer für den TuS zu Aktivitäten jeglicher Art bereitsteht.“

Sehr ausführlich äußert sich sein ehemaliger Mitspieler Harald Buslei:

Aus meiner Sicht gibt und gab es kaum einen anderen Spieler, der sein Leistungsvermögen so gut einschätzen und dann auch sehr gezielt und effizient auf den Platz bringen konnte. Er wusste immer ganz genau, was er kann und was er nicht kann, ob er den Ball erreicht, ob er schneller als der Gegenspieler am Ort des Geschehens ist, ob er die Abseitsfalle stellen muss oder ob er durch ein taktisches Foulspiel dem Gegner eine große Chance zunichte macht. Er ist ein wahres Organisationsgenie und das hat er als aktiver Spieler auch sehr gut einsetzen können. Er wusste sehr genau, wie sich seine Mitspieler verhalten, welche Spielsituation sie selbst lösen konnten und an welchen Stellen er sie unterstützen musste.

Er war kein 'Lautsprecher' auf dem Platz, hat nicht lange diskutiert, sondern seine fußballerischen Fähigkeiten lieber in den Dienst seiner Mannschaft gestellt. Dabei konnte er in einigen Situationen gegenüber den Gegnern auch sehr humorlos vorgehen und hat dabei weder sich noch seine Kontrahenten geschont. So „gnadenlos“ wie er mit seinen Gegnern umgegangen ist, so eiskalt konnte er auch unter höchstem Druck Elfmeter verwandeln. Wir haben viele Jahre zusammen gespielt und ich kann mich nicht erinnern, dass er einen Elfmeter jemals verschossen hat.

Als Mitspieler konnten wir uns immer auf ihn verlassen. So ist er auch noch heute. Er ist immer da, wann und wo man ihn braucht. Er ist im positivsten Sinn ein super Typ, sehr zuverlässig, zielorientiert, immer ehrlich, verantwortungsvoll, optimistisch, robust, tatkräftig, unkompliziert, sehr geradlinig, hilfsbereit und mit einem Organisationsvermögen ausgestattet, dass einzigartig ist. Für mich ist und war er nicht nur als Fußballkamerad ein Vorbild. Wir haben auch nach unserer Fußball-Laufbahn ständig Kontakt und ich bin sehr stolz darauf, dass wir noch immer ein sehr enges und freundschaftliches Verhältnis haben.“

Mitspieler Thomas Silbernagel hat seine stoische Ruhe in Erinnerung:

„Piff war ein kompromissloser Libero, der auch immer für einen Spaß zu haben war. Er feierte zwar gerne, konnte aber auch neben einem Lautsprecher ein zwischenzeitliches Nickerchen machen.“

Und schließlich sein damaliger Spielertrainer Wolfgang Stockhausen:

„Piff war ein vorbildlicher Kapitän und toller Libero. Gefürchtet war seine „tödliche“ Grätsche, die er ab und zu schon einmal an der Mittellinie einzusetzen wusste. Kurz und knapp: Ein Typ, mit dem man Pferde stehlen konnte!“

Und das letzte Wort gehört Tristan Limbach, einem Vertreter der jüngeren Generation, der nie mit ihm zusammengespielt hat:

„Auch bei uns ist Piff sehr beliebt. Die Jungs kennen ihn zwar nicht mehr als aktiven Spieler, aber er hat eine große Verbindung zum Verein und insbesondere auch zu den Seniorenmannschaften. Als Zuschauer ist er oft auf dem Platz und trinkt nach den Spielen gerne noch ein Bier mit der Mannschaft. Als Mitorganisator des Kirmespavillons erfüllt er den Jungs auch gerne deren Wünsche (siehe Bild: TuS-Bar). Zudem war er schon bei einigen Junggesellenabschieden als Taxifahrer mit dabei und hatte gefühlt genauso viel Spaß wie die Feiernden... Nur um einige Beispiele zu nennen!

Piff ist jemand, der in Sachen Vereinsdenken und Vereinsarbeit für mich persönlich, aber auch für alle, die eine Funktion beim TuS haben, ein großes Vorbild ist. Er gehört damit in eine Reihe von Namen wie Norbert Ditscheid, Robert Winter, Lothar Schumacher und Mini Germscheid (um nur ein paar Namen zu nennen). Piff ist ein TuS-Veteran, der sowohl auf dem Fußballplatz als auch darüber hinaus enorm wertvoll für den TuS war und auch in Zukunft sein wird. Es freut mich, dass wir über ihn berichten dürfen!“

Andy's Fragen an Wolfgang

Hallo Wolfgang, beim TuS Asbach bist du den meisten älteren Sympathisanten als beinharter Libero bekannt. Kannst du den jüngeren Lesern von deinen Zeiten als aktiver Spieler und aus den Zeiten nach deiner Spielerkarriere berichten? Zudem interessiert uns, was du heute machst. Man sieht dich eher auf dem Fahrrad als auf dem Sportplatz. Kickst du hin und wieder noch?

Als „beinharter Libero“ habe ich die „Blutgrätsche“ nur im Notfall ausgepackt. Dabei muss ich wohl erfolgreich agiert haben, denn ich bin selten mit einer Karte oder einem Foulelfmeter bestraft worden. Angefangen habe ich beim TuS im Jahre 1978 in der D-Jugend.

Nach der Jugend habe ich bei den Senioren und später bei den Alten Herren gespielt, deren Trainer ich eine Zeitlang auch war. Als ich 2014 eine neue Hüfte bekam, habe ich meine Fußballkarriere beendet. Jetzt fahre ich ab und zu mit dem Fahrrad, aber meistens gehe ich spazieren.

Welche Anekdote aus Deiner Asbacher Zeit ist dir immer noch präsent und würdest Du uns erzählen?

Die Zeltferien der Jugendmannschaften am Kaiserstuhl, die Uli Albat und Heinrich Klein organisiert haben, sind die ersten schönen Erinnerungen, die haften geblieben sind. Unvergesslich dabei war der jeweils knapp 1 km lange Abstieg zum Bach für die tägliche Wäsche.

Aus dem Seniorenbereich erinnere ich mich gerne an die Mannschaftstouren nach Mallorca. Aber auch in Asbach haben wir tolle Feiern veranstaltet. Und selbst die Auf- und Abbauten bei der Kirmesbude und beim Kirmeszelt, bei den Rosenmontagsfeten und den Silvesterpartys waren immer mit viel Spaß verbunden.

Bei einer dieser Feiern hatte die Mannschaft einen Auftritt als „Ghostbusters“ und Werner Herber als Frank Sinatra. Das waren schon tolle Veranstaltungen, mit denen der TuS sich viele Sympathien im Ort holte.

Welcher Moment/Welches Spiel war Dein Höhepunkt beim TuS?

Ganz klar, das waren die Aufstiegsspiele 1991 zur Bezirksliga. Wir mussten zwei Aufstiegsrunden auf Verbandsebene erfolgreich überstehen. Und der Spielplan wollte es, dass wir das letzte Spiel zuhause austragen durften.

Vor 500 Zuschauern gewannen wir mit 5:0 über den SC Niederzissen. Danach mussten sich einige von uns zwei Tage Urlaub holen. Über diese Spiele reden wir heute noch viel.

Zu welchen Personen hattest Du zu Deiner TuS-Zeit ein besonderes Verhältnis? Hast Du heute noch Kontakt zu ehemaligen Mitspielern oder Trainern?

Ich will niemanden hervorheben. Ich hatte zu allen Mitspielern, Trainern und Vorstandsmitgliedern einen guten Draht. Der TuS war wie eine Familie für mich.

Verfolgst du die sportliche Entwicklung deines alten Vereins? Wenn ja, wie?

Wenn es möglich ist, gehe ich zu den Heimspielen, ansonsten über die Rhein-Zeitung.

Bildergalerie

19.04.2021 18:25:57
Eric Herber
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TUS-Veteranen