TUS 1882 Asbach

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TUS-Veteran Lothar Kick im Interview
Introtext zu Lothar (Karl Meidl)

Lother „Loki“ Kick (Jahrgang 1974) durchlief sämtliche Jugendmannschaften beim TuS. Als guter Sportsmann erinnert er sich auch noch an seine ersten Trainer (Uli Albat und Wilfried Borens) sowie an die „Germscheid-Brothers“ (Peter, Walter und Wolfgang), die ihm im oberen Jugendbereich coachten.

Sympathisch macht ihn weiterhin, dass er Rosi und Willi Klein in seinen Erinnerungen erwähnt, die in den 80er-Jahren für Sportplatz und Sportlerheim zuständig waren.

1992 wechselte er altersgemäß in den Seniorenbereich und spielte zunächst zwei Jahre in der TuS-Reserve. Erstaunlich ist, dass er bei seinen Highlights nicht den grandiosen Wiederaufstieg nach der Saison 04/05 besonders erwähnt. In besonderer Erinnerung blieb ihm sein erstes Seniorenjahr unter Spielertrainer Jupp Röser u.a. mit dem 1:0-Heimsieg über den Tabellenführer SG Langenbach/Rothenbach (12.11.1995) – und das in Unterzahl wegen einer Ampelkarte (44.).

Dazu schrieb damals die Rhein-Zeitung: „Die Asbacher Mannschaft hatte eine Moral bewiesen, die seinesgleichen suchte.... Etwas mehr als 250 Zuschauer klatschten bei vielen Spielszenen begeisterten Beifall. Und nach dem Schlusspfiff lagen sich die Asbacher Spieler in den Armen und stimmten Freuden-gesänge anschließend in der Kabine an...“ Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Loki heute noch Gänsehaut bekommt, wenn er an dieses Spiel denkt.

In der Folgezeit wird er von der Rhein-Zeitung mehrfach als „Asbachs Mann für gefährliche Sololäufe“ beschrieben, der „verbissen zu Werke geht“. Bei der Saison-Vorschau 2000/01 (Trainer Rolf Kahler) wird er von der Rhein-Zeitung wie folgt zitiert: „Ich verliere nur ungerne und will eigentlich jedes Spiel gewinnen. Da kommt der Rest fast von alleine“.

Weiter: „Der „Rest“ ist ein hervorragendes Zweikampfverhalten und ein enormes Engagement, das so manchen Gegenspieler zur Verzweiflung brachte. Dabei bringt er mit seinen 1,70 Meter Körpergröße nicht gerade das Gardemaß eines Abwehrspielers mit sich.“

Kurz vor der Weltmeisterschaft 2006 wurden die überkreislichen Trainer von der Rhein-Zeitung nach ihrer Wunschformation gefragt. „Mini“ Weißenfels, sein damaliger Coach, stellte vor Torwart Oliver Kahn (München) folgende Viererkette auf: Jansen (Gladbach), Mertesacker (Hannover), Nowotny (Leverkusen) und Kick (Asbach). Leider konnte er seine Stärke als Ersatz für Philipp Lahm nicht unter Beweis stellen, da das Spiel gegen die Nationalelf leider nicht zustande kam (siehe Weißenfels-Kolumne bei den TuS-Veteranen).

„Wegen der ausgebliebenen Nominierung für die Nationalmannschaft“ (sorry, lieber Loki, ein kleiner Scherz!) beendete er in diesem Jahr seine Laufbahn in der ersten Asbacher Mannschaft und stand nur noch als „standby“ zur Verfügung. Sein letzter Einsatz in der Ersten war bei der 0:1-Niederlage gegen die SG Neitersen (24.09.2006).

n den nächsten drei Jahren half er sporadisch immer wieder in der TuS-Reserve aus. Und man will es kaum glauben, beim 2:0-Heimsieg über die SG Weitefeld (12.12.2009) steht er in der Startaufstellung (Trainer Fredi Knipp: „Mein letztes Aufgebot!“).

Das war und ist Lothar „Loki“ Kick: Ein TuS-Aktiver – wie aus dem Bilderbuch!

Frank Roth:
„Mit Lothar verbinden mich viele gemeinsame Jahre in diversen Asbacher Mannschaften. Zu Beginn unserer Seniorenzeit unter Spielertrainer Jupp Röser forderte dieser vermehrt  Flanken von außen auf den Mittelstürmer - nämlich auf ihn selbst - zu schlagen. Loki flankte das ein oder andere Mal hinter das Tor in die Nähe der damaligen Weitsprunganlage, worauf Jupp ihm energisch zurief: „Flank in dem Strafraum, nicht in den Sandkasten!“

Trainer „Mini“ Weißenfels:
„Der Loki war sehr schnell. Wenn er mal ausgespielt worden ist, stand er Sekunden später wieder vor seinem Gegenspieler und konnte diesem so richtig die Lust am Spiel nehmen. Er war der ideale Spieler für Sonderbewachungen (so etwas gab es früher einmal!)

Tristan's und Waldi's Fragen an Lothar

Hallo Lothar, Du bist schon ein paar Jahre nicht mehr in TuS-Seniorenbereich aktiv. Über viele Jahre warst Du ein sehr wichtiger Bestandteil unserer ersten Mannschaft. Jetzt schnürst Du Deine Kickstiefel für die Alten Herren, deren Trainer Du auch bist. Wie ging der Übergang vonstatten? Und was machst Du in deiner Freizeit?

Nach der Saison 2005/06 war es für mich schwierig, Beruf und Fußball unter einen Hut zu bringen. Des Weiteren nahm ich körperliche Signale wahr, mit dem regelmäßigen Fußballspielen kürzer zu treten. Danach ging ich regelmäßig laufen und nahm an einigen Volksläufen in der Region teil.

Doch ich vermisste den Mannschaftssport. So stieg ich bei den AHs ein, die ich zusammen mit Thomas Becker und Thomas Böhm betreue. Mit meiner Frau und meine beiden Töchtern wohne ich in Asbach.

Welche Anekdoten aus Deiner Asbacher Zeit ist dir immer noch präsent und würdest Du uns erzählen?

Meine Erinnerungen gehen bis in die Jugendzeiten zurück. Einer der drei „Germscheid-Brothers“ war fast immer mein Trainer bzw. Betreuer. Zu den Auswärtsspielen wurde daher meist das Auto von Vater Josef ausgeliehen. Das wurde dann vollgepackt, wobei einmal ein „Rekord“ mit 9 Personen aufgestellt wurde.

Der Mercedes 200 D musste dann aber so geparkt werden, dass man ihn nach dem Spiel hangabwärts anschieben konnte, damit er ansprang. Wir Spieler hatten auf jeden Fall immer einen Heidenspaß.

In Erinnerung bleiben auch die wöchentlichen Mannschaftssitzungen „ob der Eck“ nach dem Abschlusstraining. Trainer Jupp Röser erzählte zunächst etwas über den kommenden Gegner, den er meist selber im Vorhinein beobachtet hatte. Danach ging er auf jeden einzelnen Spieler ein und nannte dessen Pluspunkte bzw. Defizite aus dem letzten Spiel.

Seine „Predigt“ endete immer mit dem Hinweis, sich samstags an der Theke entsprechend zurückzuhalten. Danach wurde vom Eckenwirt Bernd Harnisch das Sportleressen serviert, bevor man zum gemütlichen Teil überging.

Sehr gerne erinnere ich mich an die Trainingslager in Speicher und an das Winter-trainingslager in Schmalkalden-Asbach/Thüringen, die alle von Werner Herber jeweils perfekt organisiert waren.

In Erinnerung bleiben auch die Mannschaftstouren, die meist nach Mallorca gingen. Vor dem Flug trafen wir uns am Vorabend immer „op de Eck“. Einmal hatte Eric plötzlich keine Lust mehr mitzufahren und suchte an Ort und Stelle einen Ersatz, den er auch in seinem Vater Werner fand. Allerdings bestand keine Zeit mehr, einen neuen Koffer zu packen. Also nahm er den gepackten Koffer von seinem Sohn mit. Da die Kleidergrößen der Beiden weit auseinanderlagen, wurde es eine lustige Tour.

Welche Saison war deine wichtigste beim TuS?

Auf dem Papier war es vermutlich die Meisterschaft in der Kreisliga A im Spieljahr 2004/05. Für mich persönlich waren es vielmehr die ersten Einsätze in der ersten Mannschaft, als ich aus der Jugend kam (siehe RZ-Bericht vom Spiel gegen Langenhahn!).

Sportlich wertvoller waren unter dem Strich wahrscheinlich die Jahre, in denen der TuS in der Bezirksliga bestehen und den Asbacher Zuschauern lange Zeit überkreislichen Fußball bieten konnte. Die Meistermannschaft im Jahr 2005 war einfach viel zu stark für die Kreisliga A.

Zu welchen Personen hattest Du zu Deiner TuS-Zeit ein besonderes Verhältnis? Hast Du heute noch Kontakt zu ehemaligen Mitspielern oder Trainern?

Wenn man an TuS-Originale in den Achtzigern zurückdenkt, fällt einem bestimmt das Ehepaar Klein ein. Willi war Platzwart und seine Frau Rosi managte das Sportlerheim. Damals wurde der Asbacher Aschenplatz noch mit einer Baustahlmatte und einem Ford Granada „abgezogen“.

Natürlich muss ich Uli Albat erwähnen, der mein erster Trainer, zusammen mit Wilfried Borens, in der E-Jugend war. Uli holte damals mit seinem VW-Bus die Kinder sogar zuhause zum Training ab.

Im Seniorenbereich hatte ich immer ein gutes Verhältnis zu meinen Trainern und Mitspielern. Die TuS-Verantwortlichen haben es damals fast immer geschafft, die Mannschaft mit auswärtigen Spielern zu verstärken, die auch menschlich gut zu uns passten. Und wenn wir heute bei den Alten Herren personelle Probleme haben, greifen wir immer noch gerne auf diese ehemaligen TuS-Akteure als Gastspieler zurück.

Wie verfolgst du die jetzigen Spiele deines alten Vereins?

Wenn ich Zeit habe, schaue ich mir die Heimspiele der ersten Mannschaft an. Ansonsten verfolge ich das sportliche Geschehen auf der TuS-Homepage.

Bildergalerie

25.03.2021 11:41:10
Eric Herber
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TUS-Veteranen