TUS 1882 Asbach

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TUS-Veteran "Mini" Weißenfels im Interview
Introtext zu "Mini" (Karl Meidl)

Als “Mini“ Weißenfels 2001 als Trainer zum TuS kam, war ich in Personalunion Vorsitzender und Jugendleiter. Daher hatte ich persönlich sehr viel Kontakt mit ihm. Unser erstes Treffen fand aber nicht in Asbach, sondern im Frühsommer mitten in der Eifel statt. Die A-Jugend musste ein Relegationsspiel für die Landesliga gegen eine Mannschaft aus dem Trierer Raum austragen, das die TuS-Jugend durch einen direkt verwandelten Freistoß von Pascal Konrad mit 1:0 gewann.

Herbert Solscheid, Obmann der ersten Mannschaft, tauchte während des Spiels mit dem neuen Senioren-trainer auf, der sich persönlich ein Bild vom Asbacher Nachwuchs machen wollte. Das fand ich sehr beeindruckend!

Und da „Mini“ für viele Asbacher ein „unbeschriebenes Blatt“ war, gab mir der damalige TuS-Vize Michael Wagner den Rat, die GA-Lokalsportredaktion zu kontaktieren, der ich jeden Sonntag den TuS-Bericht telefonisch durchgab. Mini, höchstes Lob vom GA-Redakteur Wolfgang Ley! Und auch der leider viel zu früh verstorbene Notar Wagner meinte später einmal in einem vertraulichen Vier-Augen-Gespräch zu mir: „Einen solch menschlichen Trainer hatte der TuS schon lange nicht mehr!“

Deshalb bezweifle ich ehrlich gesagt, ob die Meisterfeier in der Düsseldorfer Altstadt tatsächlich von Mini abgesagt worden wäre, wenn das Spiel in Rodenbach, von dem auch Christoph Vollmert bereits in der Veteranen-Kolumne sprach, verloren gegangen wäre!

Stichwort „Klassentreffen“: Das von „Mini“ vorgeschlagene Klassentreffen gab es tatsächlich schon einmal in Asbach. Beim Spiel der Asbacher Alten Herren gegen die Traditionsmannschaft des 1.FC Köln (siehe Veteran-Kolumne von Günter Krautscheid) traf „Mini“ seinen ehemaligen Klassen-kameraden Stephan Engels. Als eingefleischter FC-Fan bekam er später auch per Post ein Original-Trikot – allerdings ohne die gewünschte 10-Rückennummer!

Natürlich wird der Name „Mini“ Weißenfels immer mit dem grandiosen Aufstieg in die Bezirksliga verbunden sein. Mit elf Punkten Vorsprung vor dem Zweiten SG Horressen und 22 Punkten (!) Vorsprung vor dem Dritten SG Puderbach beendete der TuS die Saison 2004/05. Überhaupt war 2005 ein Superjahr für den TuS, sodass im amtlichen Verbandsorgan „Fußball im Rheinland“ eine ganze Seite mit der Überschrift „Keine Aufstiegsfeier ohne TuS Asbach“ über die Erfolge berichtet wurde: Aufstieg der 1., 2. und 3.Mannschaft (allerdings verzichtet!) sowie der A- und C-Jugend! Nä, wat wor dat dann fröher en superjeile Zick, mit Träne in d'r Auge loor ich manchmol zurück!

Seinen größten Erfolg (bundesweit!) „vermasselte“ ihm leider ein gewisser Oliver Bierhoff. Nein, der hat nicht beim TuS gespielt und ein Eigentor erzielt. Der TuS nahm 2004 an der DFB-Kampagne „Klub 2006 – die FIFA-WM im Verein“ teil. Dabei war der TuS so erfolgreich, dass er unter den besten vier Vereinen in ganz Deutschland landete. Und dieser besagte Oliver Bierhoff zog in der Halbzeitpause beim Länderspiel Italien – Deutschland den Gegner für ein Testspiel gegen die deutsche National-mannschaft. Der SWR wollte mit einem Übertragungswagen zum Asbacher Sportlerheim kommen, um die Stimmung bei der Ziehung bundesweit zu übertragen. Leider lag damals soviel Schnee in Asbach (Aschermittwoch 2006), sodass nur ein Kameramann mit einem Motorrad nach Asbach kommen und statt eines Trainings lediglich ein Torschusstraining auf Waldis Kasten senden konnte.

Und dann kam der spannende Moment: Oliver Bierhoff zog den FSV Luckenwalde, der später vor 20000 Zuschauern im Mannheimer Stadion mit 0:7 verlor. Man stelle sich vor, der TuS wäre der Glückliche gewesen! Ganz Asbach wäre bestimmt mit einem Sonderzug nach Mannheim gefahren und „Mini“ Weißenfels hätte nach dem Spiel, das im TV live übertragen wurde, an der Presse-konferenz mit seinem „Kollegen“ Jürgen Klinsmann teilgenommen. Natürlich war man in Asbach enttäuscht. Aber nicht lange! Immerhin war ASBACH für ein paar Stunden in aller Fußballer-Munde!

Tristan's und Waldi's Fragen an "Mini"

Hallo Mini, du bist in Asbach bekannt, weil du jahrelang Trainer der ersten Mannschaft des TuS warst. In deinen jüngeren Jahren warst du jedoch auch selbst ein guter Fußballer. Kannst du den TuS-Sympathisanten von deinen Zeiten als aktiver Spieler und aus den Zeiten deiner Trainerlaufbahn berichten?

Als aktiver Fußballer habe ich in meinem Heimatverein, dem TuS 07 Oberlar, in der Bezirksliga und bei Troisdorf 05 und SSV Siegburg 04 in der Verbandsliga gespielt.

Meine Trainerstationen waren: TuS Oberlar, Rot-Weiß Hütte, TuS Asbach, SV Eitorf (jeweils Aufstieg in die Bezirksliga), B-Jugend SF Troisdorf (Bundesliga Klassenerhalt) und DJK Neustadt (Abstieg aus der Bezirksliga).

Wie ist damals der Kontakt zum TuS zustande gekommen und warum hat es dich gereizt, die Erste zu trainieren?

Ich war schon ziemlich überrascht, als mich im Mai 2001 der damalige sportliche Leiter Herbert Solscheid kontaktierte. Und ich habe tatsächlich keine Sekunde gezögert, „Ja“ zu sagen: „Ich mach ett Herbert!“

Der Hintergrund ist schnell erklärt. Mein Vater Alfons ist gebürtiger Etscheider. Er und seine Brüder Heinrich und Josef haben alle beim TuS Fußballgespielt. Mein Patenonkel Josef war lange Zeit Torwart der Ersten und hat sogar noch mit 38 Jahren in der Zweiten gespielt. Als kleiner Fetz stand ich natürlich immer hinter dem Asbacher Tor und gab ihm Anweisungen.

Die Ferien verbrachte ich immer bei der „Oma Etscheid“, so kannte ich ein bisschen die „Asbischer“ Eigenarten und eine neue Fremdsprache brauchte ich auch nicht zu erlernen. Unsere Heimspiele wurden dann immer zu Familientreffen. Mehr ging auch an Ostern und Weihnachten nicht.

Welche Anekdote aus Deiner Asbacher Zeit ist dir immer noch präsent und würdest Du uns erzählen?

Es war mein erstes Auswärtsspiel als Trainer für den TuS Asbach. Wir spielten beim TuS Katzenelnbogen im Taunus. Wegen der dortigen Kirmes wurde das Spiel auf Samstag vorverlegt. Als wir dort ankamen, musste ich mir erst mal die Augen reiben. Der Sportplatz lag unmittelbar neben dem Kirmesplatz. Um Punkt 15 Uhr war Anpfiff auf beiden Plätzen. Das „immer wieder einsteigen“ und“ immer wieder mitspielen, 10 Lose 5 Mark“, sowie die laute Musik hallten noch tagelang in meinen Ohren. Wir lagen bis zur 89. Minute 1:2 hinten. Amadeo Roig erzielte dann in der Schlussphase noch zwei Treffer und wir gewannen 3:2.

Danach sind wir alle auf die Kirmes und die Rückfahrt traten wir verspätet in bierseliger Stimmung an. Unvergessen…

Amüsiert hat mich auch folgende Anekdote: Bei einer der ersten Trainingseinheiten bat ich meinen ewigen „Wegbegleiter“ und Spieler Manni Brosewski, im Ballraum schon mal die Bälle klar zu machen. Er kam aber bald wieder zurück und meinte, man hätte ihn rausgeschmissen. „Was ist passiert?“ Der Gaschi (unser damaliger Betreuer Heinz-Josef Kirchbaum) sagte zu mir: „Ich soll wieder abhauen, et wär alles ejusse“. Dank meiner Fremdsprachenkenntnisse war aber alles schnell wieder geklärt, die Bälle waren schon draußen

Welcher Moment/Welches Spiel war Dein Höhepunkt beim TuS?

Der Höhepunkt war natürlich der Aufstieg in die Bezirksliga. Wir waren von Beginn der Saison an dominant. So kam es, dass wir einige Spieltage vor Saisonende gegen den TuS Rodenbach den Sack schon zu machen konnten. Das Spiel wurde schon lange vorher auf einen Samstag vorverlegt, weil wir für den Abend eine Tour nach Düsseldorf geplant hatten.

Es war der „perfekte Tag“: Sommerwetter, Freibier, T-Shirts, Zuschauer und dann liegen wir in der Halbzeit 0:3 zurück. Ich habe in der Halbzeit dann zur Mannschaft gesagt, wenn das Spiel verloren geht, ist Düsseldorf gestrichen. Wir haben dann das Spiel sensationell noch gedreht und mit 7:3 gewonnen. Wir haben erst auf dem Platz den Aufstieg mit den Zuschauern gefeiert und anschließend die Düsseldorfer Altstadt unsicher gemacht. Der Tag danach fühlte sich zwar wie ein Abstieg in die Kreisliga D an. Aber es war die perfekte Dramaturgie.

Zu welchen Personen hattest Du zu Deiner TuS-Zeit ein besonderes Verhältnis? Hast Du heute noch Kontakt zu ehemaligen Mitspielern oder Funktionären?

Mein erster Ansprechpartner war natürlich die Asbacher Legende „Jupp“ Röser. Aber auch mit Herbert Solscheid, dem „Notar“, Mini II und dem „Lang“ verstand ich mich gut. Nicht zu vergessen unsere Betreuer Gaschi, WolleBü und Klaus Luther.

Heutigen Kontakt habe ich natürlich zu meinen Oberlarern Manni Brosewski, Thorsten Hess, Christoph Salz und Andre Plahs, der in Oberlar noch hin und wieder in der Zweiten oder den Alten Herren spielt. Auch ab und zu treffe ich mal den Vollmi, Sascha Gey und den WolleBÜ. Es wäre mal Zeit für ein „Klassentreffen“….

Verfolgst du die sportliche Entwicklung deines alten Vereins? Wenn ja, wie? Und wie denkst du heute über den TuS?

Jeden Sonntag steht natürlich auch der TuS Asbach bei meiner www.fussball.de-Rundreise auf der Liste und auch über die Homepage informiere ich mich. Außerdem hält mich mein rüstiger Patenonkel Josef, der in der Nähe zum Sportplatz wohnt und ständiger Gast bei den Heimspielen ist, auf dem Laufenden. Und wenn der Waldi mal daneben gegriffen hat, gab er mir immer noch die Schuld. Natürlich könnte es derzeit besser laufen, aber so ist es halt im Sport.

Natürlich interessiert uns auch was du heute machst. Lebst und arbeitest du noch im Siegburger Raum?

Ich wohne wie früher in meinem Haus in Troisdorf-Oberlar und arbeite in der Justizvollzugsanstalt Siegburg. Das Einzige, was sich geändert hat, ist, dass ich zu Asbacher Zeiten noch 25 Jahre bis zur Rente hatte und jetzt nur noch fünf.

Bildergalerie

07.03.2021 18:20:49
Eric Herber
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TUS-Veteranen